Wenn Du bei Dir vor Ort ebenfalls ein solches Angebot entwickeln möchtest, unterstützen wir dich gern:

  • mit unseren bisherigen Erfahrungen,
  • mit unseren Überlegungen zum möglichen Umgang mit der – vor allem – für junge Menschen belastenden Situation
  • mit unserer Trägerschaft bei euch vor Ort.

Wie bereits auf unserer Startseite erwähnt, war unser erster Schritt, mit Gleichgesinnten und Gleichbetroffenen in Kontakt zu treten. Grundsätzlich sind dafür alle Kanäle denkbar, von bestehenden Kontakten zu anderen Eltern über einen lokalen Aushang an einem schwarzen Brett bis hin zur Kontaktaufnahme über diverse Foren im Internet.

Vielleicht bieten unsere Karte und unsere Telegram-Aktivität bereits Anknüpfungspunkte?
In jedem Fall möchten wir Dich ermutigen, eigene Kontaktwege auszuprobieren. Frei nach dem Motto “Wenn wir uns gefunden haben, dann finden uns / finden sich auch andere”.

Wenn dann die ersten Kontakte in Deiner Region entstanden sind, empfehlen wir auch hier eine Entwicklung in drei Phasen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist LiF_Flyer_DINA5_V04-1-Kopie-722x1024.jpg
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist LiF_Flyer_DINA5_V04-2-Kopie-722x1024.jpg

Gern kannst Du diesen Flyer an Interessierte in deiner Umgebung weitergeben.

***

***

Starterphase

Nach einem ersten Kennenlerntermin finden pädagogisch begleitete nachmittägliche Treffen von Eltern und Kindern auf privaten Grundstücken im Freien statt. Vielleicht findet sich ein solches im Bekanntenkreis? Ziel ist es, neue Kontakte zu knüpfen und die Erfahrung zu machen: “Wir sind nicht allein mit unseren Sorgen!”.

Wir sind davon überzeugt, dass Lernbegeisterung der Schlüssel zu erfolgreichem Lernen ist. Unsere sozialpädagogischen Hilfen zur Überwindung von Lernblockaden zielen daher mit den ersten Schritten auf Selbstbestimmung und die Übernahme von Eigenverantwortung. Man lernt sich kennen, sammelt Ideen und tauscht Vorstellungen aus – “Wie kann unsere gemeinsame Lernzukunft aussehen?”.

Neben den sozialpädagogischen Hilfen beraten sich die einzelnen Teilnehmer in informellen Gesprächen auch gegenseitig zum Einstieg in diesen Prozess. Die Eltern haben dabei jeweils selbst die Verantwortung und achten auf ihre Kinder.

Diese Phase hält so lange an bis sich die Gruppe entsprechend sortiert hat:

Junge Menschen, denen kurzfristig geholfen werden konnte, die Beeinträchtigungen zu kompensieren, benötigen das Angebot vielleicht doch nicht oder nur nachmittags im Sinne einer ergänzenden Lernhilfe für den Schulstoff. Dies trifft meist zu für ältere Schüler, bei denen der Schulabschluss nicht mehr weit ist.

Junge Menschen mit langfristigem Bedarf an sozialpädagogischen Hilfen erhalten auch ein Vormittagsangebot.

***

***

Konsolidierungsphase

In dieser Phase findet ein weiterer Beziehungsaufbau zwischen Kindern, Eltern, möglichen Lernbegleitern und Pädagogen statt. Erste Lerntechniken werden vorgestellt und die Strukturen, Abläufe und späteren Lernorte gefestigt. Für die Initiatoren einer Ortsgruppe wird es nun entscheidend wichtig, ein entsprechendes Grundstück zu finden.

Wir empfehlen die Gruppe aus maximal 15 Kindern mit drei Erwachsenen zu begleiten. Letztere haben schon in dieser Phase eine hohe Verantwortung, denn inhaltlich findet bereits ein Einstieg in die relevanten Themen statt. Die Begleitung durch pädagogische Fachkräfte und die Qualifizierung von Lernbegleitern (zB. Eltern, Großeltern und Ehrenamtler) sind ein zentrales Element dieses Konzepts.

Wir empfehlen allen in solches Engagement Interessierten, sich die Lehrvideos von Herrn Ricardo Leppe anzuschauen. Er stellt 200 sehr informative Kurzfilme kostenfrei auf seiner Internetseite zur Verfügung. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass wir uns ausschließlich auf die dort vorgestellten Lerntechniken beziehen.

Dabei hat jede Ortsgruppe andere Voraussetzungen: Manche werden komplett von Eltern und andere von Pädagogen initiiert und geführt.

Auch wenn jetzt noch keine verbindlichen Rechtsverhältnisse bestehen können, fallen gleichzeitig doch Personalkosten u.s.w. an. Daher ist das Angobot spätestens ab der Konsolidierungsphase zwingend auf Spenden der Teilnehmer zur Deckung der Unkosten angewiesen.

Gleichzeitig geht der wichtigste Prozess dieses Angebots weiter: Die Klärung der Verantwortlichkeiten für die Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Kinder.

Dies ist ein zutiefst individueller Prozess und das Prinzip der Freiwilligkeit verbietet es, Kinder zu etwas zu zwingen: Weder dazu, bestimmte Lerninhalte zu einem bestimmten Zeitpunkt für sich entdecken zu müssen, noch dazu, ein Angebot wie “Lernen im Freien” anzunehmen.

Wenn Unsicherheit darüber besteht, was ein Kind wirklich braucht und will oder Uneinigkeit in der Familie, macht eventuell eine sogenannte systemische Beratung Sinn. Auch hierzu können Sie uns gerne ansprechen.

Wenn in dieser Phase neue Interessenten zur Lerngruppe hinzustoßen möchten, ist auf Grund der bereits ablaufenden gruppendynamischen Prozesse eine offizielle Anmeldung und zunächst die Teilnahme an einer Eltern-Informations-Veranstaltung an einem Wochenende oder Freitagnachmittag nötig.

Diese Phase hält solange an, bis sich für eine mögliche Gruppe ein zeitlicher Horizont abschätzen lässt, für welchen sie sich dann verbindlich und mit dem Ziel zusammenschließt, die jungen Menschen wieder dazu zu befähigen, sich selbstbestimmt ihre schulische und berufliche Ausbildung zu erschließen.

Damit für die nächste Phase eine verlässliche Planung vorgenommen werden kann, schließen die Eltern nun Verträge mit uns ab. In diesen wird der Umfang der Betreuung und das jeweilige Gesamtangebot des Standorts definiert. Für dessen Inanspruchnahme sind die monatlichen Gebühren grundsätzlich privat zu bezahlen.

Da unser Angebot für alle offen sein soll, finanzieren die Gebühren auch Freiplätze für Kinder mit, deren Eltern die Gebühren aus eigenen Mitteln nicht (vollständig) tragen können.

***

***

Flugphase

In dieser Phase finden regelmäßige Treffen statt, es beginnt die verbindliche, “richtige Arbeit” – und wie in unserer Konzeption beschrieben, ein neues 3-Phasen-Modell:

  1. Freilegung von inneren Impulsen
  2. Übernahme von Eigenverantwortung
  3. Lernen

“Lernen im Freien” steht dabei auf drei Säulen

  • Draußen sein in der Natur
  • Exkursionen in urbane, kulturelle und wirtschaftliche Räume
  • Interessenbasierte Lerntechniken

***

Wer bin ich? Was will ich? Wer möchte ich sein?

***

Die meiste Zeit des Lernens findet auf eigenen oder gepachteten Grundstücken statt. Für den Fall, dass auf einem solchen Grundstück kein Kompost-Klohäuschen, keine Wärmequelle und kein Regenschutz zur Verfügung steht, kooperieren wir mit der Firma OswaldMatt Group. Diese entwirft zu diesem Zweck extra für uns aktuell 100% nachhaltige Lösungen und verwendet dabei Erwin Thoma – Holz. Diese Lösungen kommen mit in den Boden geschraubten Metall-Fundamenten aus und lassen sich rückstandsfrei wieder zurückbauen. Dies ist auch bei eventuell notwendigen baurechtlichen Genehemigungsverfahren ein großer Vorteil.


Betreut wird die Gruppe täglich von einem Lernbegleiter pro 5 Kinder, wobei sich Eltern maßgeblich einbringen. Die Beteiligung der Eltern ist ein wichtiges Element, um sie im Umgang mit den Herausforderungen, die ihre Kinder an sie stellen, zu befähigen.

Die Aufgabe der Pädagogen besteht darin, sowohl die Kinder zu begleiten, als auch in Kooperation mit den Eltern Lösungen für die individuellen Beeinträchtungen zu entwickeln. Sie behalten während der gesamten Projektlaufzeit den Überblick über die Entwicklung aller Teilnehmer und begleiten die Angebote.

Nach vorheriger Anmeldung sind auch Lerngäste möglich. Wer hat denn etwas Spannendes zu erzählen? Wer möchte etwas von seinem täglichen Tun präsentieren? Wie hat sich die Freude am Lernen individuell entwickelt?

Die Gruppe trifft sich an bis zu fünf Tagen die Woche. Die Kinder lernen selbstbestimmt und bereiten sich auf die notwendigen Schritte zum Erreichen ihrer individuellen Bildungsziele vor (z.B. Wiedereinstieg in das Schulsystem, Abitur in Schulfremdenprüfung, Berufsausbildung etc.).

***

In allen Phasen sind Spenden willkommen und ein wichtiger Finanzierungsbaustein.


***

Wir wünschen allen Beteiligten viel Spaß auf dem Weg dorthin, denn Freude ist der Schlüssel zum Erfolg.